Beim Schnupperkurs „Intuitives Bogenschießen“ lernten wir einen faszinierenden Sport kennen und dass es nicht darauf ankommt, ins Schwarze zu treffen.

Die Sehne schneidet scharf in die Kuppen von Zeige-, Mittel- und Ringfinger. Ein tiefer Atemzug und die Welt verschwindet. Es gibt nur noch den Bogen, den Pfeil und die Scheibe in zehn Metern Entfernung (wir sind ja Anfänger!). Mit einer fließenden Bewegung hebt sich der linke Arm mit dem Bogen. Rechts wandert die Hand zurück. Die Sehne spannt sich, lautlos, Zentimeter für Zentimeter. Die Finger berühren den Ankerpunkt an der Backe und – lassen einfach los. Ein satter Peitschenknall zerreißt die Stille. Dann folgt das dumpfe Plopp, als die Metallspitze in die Matte schlägt.
Der Bewegunng nachspühren

Peter März verharrt noch einen Moment, um der Bewegung nachzuspüren, dann kehrt die Welt zurück: Zehn NaturfreundInnen bewaffnet mit Pfeil und Bogen stehen im schönen Fuchsloch-Garten und staunen über den eleganten „Schuss“ des Lehres. „Nicht lange nachdenken“, rät er, „Ziehen – ankern – loslassen!“
Was ist Intuitives Bogenschiessen?
Beim „Intuitiven Bogenschießen“ geht es nicht um Leistung. Im Fokus stehen Konzentration, einen Standpunkt finden und das Naturerlebnis. So will uns Peter März weder zu KriegerInnen noch zu Sportschützen ausbilden. Dennoch halten wir eine Waffe in der Hand, die einen Pfeil in Millisekunden auf mehr als 150 km/h beschleunigt und bis zu 400 Meter weit fliegen lässt. Bevor wir den ersten Pfeil in die Hand nehmen dürfen, erklärt Peter deshalb die Regeln: Niemals auf Menschen oder Tiere zielen, niemals den Schussbereich betreten, erst an der Schießlinie den Pfeil einlegen! Alles klar? Na dann: Ziehen – ankern – loslassen… und wir vergaßen für wunderschöne Momente die Welt.
Wo kann ich es sonst machen?

Peter März, Dipl.-Sozialpädagoge, will nächstes Jahr wieder Kurse für die NaturFreunde im Fuchsloch anbieten. Bis dahin gibt’s super Angebote von ihm, z.B. 3D-Parcours, das sind Wanderungen in der Natur mit Pfeil und im Bogen: www.fackelbande.de
Text und Fotos: Barbara Mühlich
