Erinnerung und Gemeinschaft
Ein intensives Wochenende mit viel Nachdenken, Bewegung und Zeit für gute Gespräche. Das Thema ist schwer: das Konzentrationslager Flossenbürg und der Umgang mit der Unmenschlichkeit der Nazis im Lauf der Zeit nach 1945.
Wir haben uns bewusst für ein ganzes Wochenende zusammen im Naturfreundehaus Trauschendorf entschieden: gemeinsame Anreise, Kochen, Quatschen und Spielen (Freitag), Frühstücken, der langer Besuch des KZ Flossenbürg, danach zusammen Kochen, Essen und den Abend verbringen (Samstag) gemeinsame Wanderung am Sonntag vor der Abreise. Das Thema bleibt schwer, aber es gibt viele Möglichkeiten des Austauschs.
In der Gedenkstätte Flossenbürg
Wir wurden von einem tollen pädagogischen Mitarbeiter über das Gelände geführt. Die konkrete Umsetzung von „Vernichtung durch Arbeit“ ist schwer auszuhalten. Hanni schafft es, uns das schwierige Thema einfühlsam nahe zu bringen. Danke für deine super Arbeit!
Es wurde auch Bezug genommen auf die verschiedenen Stadien des Umgangs mit dem KZ in Flossenbürg und die unterschiedlichen Perspektiven vor Ort als Produkt des politischen Umgangs in Deutschland mit dem Nationalsozialismus. Der Bundestag beschloss erst 2020 (!), dass niemand zu Recht in einem Konzentrationslager war. Wir besuchten auch den ehemaligen NS-Granitsteinbruch, in dem die Gefangenen sich zu Tode arbeiten mussten. Die NaturFreunde Weiden haben uns mit Rat und Tat unterstützt (u.a. ein 9-Sitzer, denn öffentlich ist die Strecke Trauschendorf/Flossenbürg leider nicht möglich – vielen Dank dafür!) und waren auch am Samstag und Sonntag zahlreich dabei. Dadurch haben wir gute Einblicke in die lokale Geschichte bekommen und sehr interessante Menschen kennen lernen dürfen.
Austausch am Abend
Am Abend im Naturfreundehaus Trauschendorf ging der Austausch weiter: beim Essen, in kleinen Runden und später noch lange zusammen am Tisch. Immer wieder kam der Bezug zur Gegenwart zur Sprache und unsere Verantwortung, heute klar gegen Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit einzustehen. Die Berichte von Aktiven aus Weiden und der Arbeitsgemeinschaft ehemaliges Konzentrationslager Flossenbürg machten deutlich, wie viel zivilgesellschaftliches Engagement hinter der Erinnerungsarbeit vor Ort steckt. Die sehr gute Broschüre zum 50. Jahrestag der Befreiung der Gefangenen des KZ Flossenbürg 1995 ist voll mit Details und Zeitungsartikeln der Arbeit, die mit dazu geführt hat, dass Flossenbürg endlich seit 2003 unter dem Dach der Bayerischen Gedenkstättenstiftung steht – zuvor wurde der Großteil des historischen Geländes für Industrie genutzt.
Wanderung als Ausklang
Am Sonntag gab es eine gemeinsame Wanderung rund um Trauschendorf. Unser Hauswart Günther hat uns die lokale Geschichte auch bezüglich Nazizeit und Befreiung durch das US-Militär nahegebracht, und wir haben die schöne Natur genießen können. Danke schön! Ein Wochenende, das nachwirkt. Die Kombination aus Gedenkstättenbesuch, gemeinsamer Wanderung und intensivem Austausch war sehr gelungen – und stärkt unseren Anspruch, als NaturFreundInnen für eine offene, solidarische Gesellschaft einzustehen.
Im Oberpfalz Echo wurde vom Ausflug der NaturFreunde Nürnberg in Flossenbürg berichtet. Danke hier an Sebastian Flaschel für den Artikel und die Fotos. Hier gehts zum Artikel











